Haris Halkic ein Betrüger? Warum ich Haris Halkic anzeige
Von Alexander Rubenbauer
Ich kenne Haris Halkic noch von seiner Website 1000tipps.com, und er betreibt zahlreiche andere Internetseiten.
Ein Auszug:
- 1000tipps.com
- 365motivation.de
- geld-im-internet-verdienen.biz (*)
- harishalkic.de
- 5tageebook.de (*)
- reichwerden20.de
- aktienanlage24.de
- pwnewsletter.de
(*) verkauft an Siegmar Bührle
Mit dem ursprünglichen 1000tipps.com hat er abgebrochen, um dann einige Zeit später den PW-Newsletter unter pwnewsletter.de zu gründen: Ein Newsletter rund um das Thema Motivation und Persönlichkeitsentwicklung.
Seit ich ihn kenne habe ich mit Haris (24) (Bildquelle) auch zahlreiche E-Mails geschrieben. Aufgrund der Qualität seiner Artikel und seiner sehr vernünftigen E-Mail-Antworten hätte ich nicht gedacht, dass Haris Halkic jemand ist, dem man offenbar sehr misstrauisch gegenüber stehen sollte.
Mir ist jetzt auch klar, warum Haris kein Zahlungssystem für die Abrechnung seines Newsletter verwenden wollte, sondern nur Vorkasse per Überweisung akzeptiert hat. Per Lastschrift, Kreditkarte und Zahlungssystemen wie PayPal hätte man sein Geld wieder bekommen.
Der PW-Newsletter wurde erstmals am 15.09.2009 verschickt und kostet im Jahr mindestens 30 Euro – je nach gewähltem Zeitraum. Bei monatlicher Zahlungsweise kostet der PW-Newsletter sogar 60 Euro im Jahr.
Haris Halkic’s vollmundige Ankündigung (Kopie als PDF):
“Kann dieser Newsletter wirklich so gut sein, dass ich bereit bin jedem Abonnenten, der nicht zu 100% zufrieden ist, den doppelten Kaufpreis zu erstatten?”
Seit dem 14.01.2010 herrscht Funkstille zwischen Haris und seinen zahlenden Kunden. Er reagiert nicht mehr auf E-Mails, und wie sich herausstellt, ist die von ihm im Impressum (Kopie) angegebene Telefonnummer (06221 7190540) nicht vergeben: “Kein Anschluss unter dieser Nummer”.
Die Nummer ist also nicht nur vorübergehend nicht erreichbar, sondern war noch nie vergeben.
Nun habe ich Haris Halkic auf dem Postweg aufgefordert [PDF], mir den wie in der Geld-zurück-Garantie versprochenen doppelten Kaufpreis zurück zu erstatten, und meine Enttäuschung darüber geäußert, dass ich in Twitter, in einigen Artikeln und im E-Mail-Verteiler von Wirtschaftskrise-Infos.de kostenlos Werbung für ihn gemacht habe und ihn somit zahlreichen Kunden explizit empfohlen habe.
Der Brief kam wie erwartet zurück [PDF]: “Empfänger/Firma unter der angegebenen Anschrift nicht zu ermitteln.”
Wen wundert das auch? Der von Haris Halkic im Impressum angegebene “Czernyring 12” liegt direkt am Hauptbahnhof Heidelberg, wo im Umkreis mit Sicherheit nur große Firmen und Logistikunternehmen residieren.
Der Hammer ist aber, dass Czernyring 12 nicht nur eine gar nicht vorhandene Wohnadresse ist, sondern Toys’R‘Us gehört.
Anhand der Bankverbindung von Haris Halkic, die ich hier wiedergeben werde, um seinen Kunden die Möglichkeit zu geben, bei seiner Bank eine entsprechende Auskunft zu verlangen, lässt sich Haris sicher auffinden.
Da der Empfänger dieser Bankverbindung “Haris Halkic” ist, ist davon auszugehen, dass sein Name korrekt ist. Wäre dem nicht so, würde seine Bank höchstwahrscheinlich keine darauf lautenden Einzahlungen annehmen.
Haris Halkic ist also Kunde bei der Volksbank Esslingen eG (BLZ: 61190110) und hat dort die Kontonummer 183229002.
Es ist also davon auszugehen, dass Haris mitnichten in Heidelberg wohnt, sondern in Esslingen.
In Esslingen (Vorwahl: 0711) gibt es auch Telefonbucheinträge, nicht jedoch in Heidelberg. Der Vorname “Haris” taucht hier allerdings nicht auf.
Laut Telefonauskunft der Volksbank Esslingen darf man mir selbstverständlich (und das ist prinzipiell ja auch gut so), keine Auskunft über den Kontoinhaber geben. Um herauszufinden, wer das Konto führt und dann entsprechend zu seinem Recht zu kommen, ist man also gezwungen, eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft einzureichen.
Da ich nur ungerne für die entsprechenden Konsequenzen für Haris sorgen möchte, habe ich heute an alle mir bekannten E-Mail-Adressen (hh_bih@hotmail.de, hhhbih@googlemail.com, info@pwnewsletter.de) von Haris eine letzte E-Mail mit Schilderung des Sachverhalts und der Aufforderung, sämtlichen Kunden, die dies möchten, ihr Geld entsprechend der Geld-zurück-Garantie zurück zu erstatten, oder ich werde Anzeige erstatten, gesendet.
Wie kann man eigentlich so dreist sein, unter seiner echten Stimme Interviews zu geben, während man weiß, dass die Angaben im Impressum überhaupt nicht stimmen und man eigentlich jemand anderes ist?
Es wundert mich in diesem Zusammenhang auch nicht mehr, dass seit dem 05.03. an dieser Stelle, an der sich seine enttäuschten Kunden austauschen, keinerlei neue Kommentare mehr erscheinen:
Wenn man einen neuen Kommentar verfassen will, kommt man zu einer leeren Seite. Die Kommentarfunktion wurde offenbar deaktiviert, aber nicht so, dass man merkt, dass Haris sie absichtlich deaktiviert hätte, sondern so, dass es aussieht, als hätte nur der Computer, an dem man gerade sitzt, irgendwelche Spinnereien. Das reicht mir jetzt ehrlich gesagt und ich werde noch heute die Anzeige schreiben.
Nachtrag: Ich habe die Denic, die Registrierungsstelle für .de-Domains, aufgefordert, die entsprechenden Domains abzuschalten, da der Domaininhaber gefälscht ist.
Nachtrag 2: Die IP-Adresse (84.41.119.35), unter der Haris mir damals seine Bankverbindung geschickt hatte, befindet sich geografisch in Bosnien und Herzegowina. Dort wurde er angeblich auch geboren.
Kommentare [2]
06.03.2010
"Kunden? Brauche ich nicht."
Von Alexander Rubenbauer
In letzter Zeit fällt mir vermehrt auf, dass viele einen Umgang mit ihren Kunden pflegen, wo ich mir nur denke, dass sie das Motto, das ihnen ohnehin ins Gesicht geschrieben steht, gleich in ihre Signatur aufnehmen und auf ihre Website schreiben könnten: “Kunden? Brauche ich nicht.”
Es gibt da verschiedene Kategorien:
- Anbieter will überhaupt keine neuen Kunden und antwortet deshalb generell nicht auf E-Mails
- Anbieter antwortet nur auf E-Mails von Interessenten, um Kunden zu gewinnen, wenn diese dann aber Kunde geworden sind, herrscht Funkstille
- Anbieter macht sich Interessenten gegenüber rar (zum Beispiel dann, wenn er ein Quasi-Monopol inne hat) – diese müssen ihm nachlaufen. Erst wenn jemand Kunde ist, ist er der Kommunikation würdig
- Anbieter macht den Kunden das Leben schwer, weil zu faul mitzudenken
- Anbieter erfüllt die meisten Wünsche des zahlenden Kunden, gibt ihm aber das Gefühl, lästig zu sein
Nur sehr selten erlebe ich eine Reaktion, die signalisiert:
- Anbieter mag sein Geschäft und schätzt seine Kunden. Darum nimmt er gerne Vorschläge auf, sich zu verbessern und hilft Kunden und selbst Interessenten aktiv weiter
Beispielsweise antwortet Christoph Mogwitz, eine in der Internetmarketing-Branche relativ bekannte Persönlichkeit, grundsätzlich nicht auf E-Mails. Er gibt das auch offen zu, indem er sagt, dass ihm seine Zeit dafür zu Schade sei. Offenbar will er seine Zeit nicht für Menschen verschwenden, die ihm sein Leben finanzieren.
Auch große Unternehmen antworten oft nicht auf E-Mails. Ich habe beispielsweise bei Adobe ein Produkt gekauft, den Produkt Key verloren und kann die Pfeifen weder telefonisch noch per E-Mail erreichen, obwohl sie ein Büro in München haben – aber keine erreichbare Telefonnummer und eine E-Mail-Adresse, die offensichtlich nur von Amerikanern abgefragt wird.
Für ein Siemens-Telefon hatte ich noch Garantie und wendete mich mehrfach per E-Mail an die entsprechende Abteilung, um einen Austausch in die Wege zu leiten. Es erfolgte keine Reaktion und mittlerweile ist die Garantie abgelaufen.
Ein anderes Beispiel wäre Audi, die wohl das stärkste Interesse an einem guten Image haben dürften, da ein Kunde, der mehrere zehntausend Euro für ein Auto loswerden möchte, auch entsprechend behandelt werden will. Wenn man schon als Interessent keine Antwort bekommt, was ist dann erst im Reparaturfall? Ich habe noch nie eine einzige Antwort von Audi erhalten.
Kundenservice ist der Bereich, der massiv unterentwickelt ist. Unternehmen stecken lieber Millionen in nichtssagende, ganzseitige Hochglanzanzeigen und Fernsehwerbung, statt in die aktive Betreuung ihrer Kunden und Interessenten. Dabei wäre das eine nachhaltige Investition in die effektivste Form der Werbung: Mund-zu-Mund-Propaganda.
30.01.2010
EU will Mikrokredite für junge Arbeitslose
Von Alexander Rubenbauer
Wie die Deutsche Welle berichtet, arbeitet die EU daran, Mikrokredite an junge Arbeitslose zu vergeben, um ihnen die Gründung eigener Unternehmen zu ermöglichen. Das Budget des Programms soll 100 Millionen Euro betragen.
Nach Angaben von Eurostat, dem Statistischen Amt der EU, beträgt die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen in der EU 21,4 Prozent. Das klang für mich erstaunlich hoch.
Das Problem, das Jungunternehmer haben, besteht eigentlich aus folgenden Faktoren:
- Keine Kreditvergabe durch Banken aufgrund von Wirtschaftskrise, mangelnden “Nachweisen” über die Fähigkeit, ein Unternehmen zu führen, mangelnde Nachweise über fachliche Kompetenz das Geschäftsfeld betreffend und mangelnde Sicherheiten.
- Kein Gründungszuschuss und noch nicht einmal Arbeitslosengeld, wenn man nicht lange genug (ich glaube 360 Tage) in einem “Versicherungsverhältnis” mit der Bundesagentur für Arbeit stand, was also regelmäßig der Fall ist, wenn man seine Ausbildung nicht beenden durfte.
In sofern finde ich das Vorhaben der EU sehr gut und hoffe, dass es unbürokratischer zu beantragen und zu erhalten sein wird, als das, was sich aktuell so am Markt findet.
21.01.2010
Lieber kleiner Mann im Anzug, ...
Von Alexander Rubenbauer
Lieber kleiner Mann im Anzug,
ich bin dir unendlich dankbar dafür, dass du mir nach nur drei Monaten Ausbildung zum Bürokaufmann die Kündigung überreicht hast.
Damals war ich gelinde gesagt überrascht, und den Grund dafür – augenscheinlich Antipathie – kenne ich bis heute nicht.
Aus irgendeinem Grund habe ich mich jedoch schon damals insgeheim darüber gefreut. Und das, obwohl ich seinerzeit nicht wusste, wie es weitergehen soll.
Nun, 26 Monate später, weiß ich, wie es weitergehen soll.
Ich bin nicht nur ins kalte, sondern ins eiskalte Wasser gesprungen, und habe mich selbstständig gemacht.
Trotz der enormen Schwierigkeiten und Herausforderungen, derer sich ein Existenzgründer ohne Startkapital gegenüber sieht, weiß ich, dass ich meinen Beruf liebe, was sich von der Sklavenhaltung in deinem Unternehmen nicht gerade behaupten ließ.
Insofern bleibt mir nur, mich aufrichtig bei dir zu bedanken, lieber kleiner Mann im Anzug.
Herzlichst
Alexander Rubenbauer
Kommentare [2]
27.12.2009
Wann haben Sie genug?
Von Alexander Rubenbauer
Bevor Sie überhaupt damit beginnen, ein Unternehmen zu gründen, sollten Sie sich überlegen, wie viel Geld Sie verdienen möchten, wann Sie genug haben und sogar, wann Sie wieder aufhören möchten, zu arbeiten.
Was ist so verkehrt daran, Jahr für Jahr den gleichen Gewinn zu machen – also ab einem bestimmten Punkt nicht mehr zu wachsen? Warum denken viele von uns, dass Wachstum immer weiter gehen muss, selbst wenn es völlig sinnlos ist, und nur des Wachstums wegen geschieht?
Nehmen wir an, Sie haben ein Geschäft mit vier wunderbaren Mitarbeitern und verdienen jeden Monat 10.000 Euro.
Überlegen Sie sich: Müssen Sie unbedingt noch expandieren? Ihr Geschäft läuft stabil, Sie sind gesund und finden Zeit für Ihre Familie?
Würden Sie weiter wachsen wollen, geht das nur, indem Sie noch mehr arbeiten.
Wenn Sie aber mehr arbeiten, bezahlen Sie das zusätzliche Einkommen mit einem überproportional zunehmenden Zeiteinsatz, schlechterer Gesundheit und weniger Zeit für Ihre Familie. Das bedeutet Stress für Sie, Ihre Mitarbeiter und Ihre Familie.
Die Expansion bezahlen Sie außerdem mit mehr Geld, das heißt, unter dem Strich bleibt Ihnen genauso viel wie bisher oder sogar noch weniger Geld als Gewinn.
Hätten Sie nicht ein Gefühl von Freiheit und Zufriedenheit, wenn Sie immer den gleichen Gewinn machen würden, anstatt mehr zu arbeiten, selbst wenn Sie dadurch mehr Geld verdienen könnten?
Vielleicht können Sie, indem Sie auf das zusätzliche Geld verzichten, Ihren Fokus darauf legen, aus weniger Zeit und Aufwand mehr Geld herauszuholen (“kaizen”), als immerfort zu expandieren, neue Produkte zu erstellen, neue Mitarbeiter einzuarbeiten, neue Märkte zu erarbeiten?
Was könnten Sie in Ihrer neu gewonnenen Freizeit anstellen, wenn Sie nur noch drei Tage pro Woche, statt bisher sechs, arbeiten müssten, weil Sie keine Zeit mehr investieren, um noch mehr Geld zu verdienen?
Wenn Sie bisher 150.000 Euro im Jahr verdienen und sehr gut damit leben – würden Sie den Preis in Form von zusätzlichem Stress, mehr Zeiteinsatz, Verzicht auf Freunde und Familie bezahlen wollen, um 300.000 Euro zu verdienen?
Sie haben ein Leben zu leben. Verschwenden Sie es nicht. Mein Großvater sagt gerne “Das letzte Hemd hat keine Taschen”, und meint damit nichts anderes, als dass Sie Ihr Geld ohnehin nicht mit ins Grab nehmen können.
Arbeiten Sie, um Ihr Leben zu genießen, und Leben Sie nicht, um zu arbeiten.
Beantworten Sie jetzt gleich die folgenden Fragen:
1. Wann habe ich genug Geld verdient?
2. Wann höre ich auf, zu arbeiten?
Viel Erfolg!
Kommentare [1]
← Ältere Artikel


